Ratgeber · Heizung
Heizung6 Min LesezeitRegion Basel

Hydraulischer Abgleich in Basel: kalte Räume weg, Heizkosten runter

Das Zimmer neben dem Heizraum wird zu heiss, das oberste Schlafzimmer nie richtig warm – und trotzdem läuft die Pumpe auf Hochtouren. In den meisten Fällen liegt das nicht an der Heizung selbst, sondern an ihrer Verteilung. Der hydraulische Abgleich ist die günstigste wirksame Massnahme, die viele Liegenschaften in Basel nie erhalten haben.

Das Wichtigste in Kürze

Einzelne Räume bleiben kalt, andere überhitzen? Der hydraulische Abgleich verteilt die Wärme richtig, senkt die Heizkosten und ist in Basel oft förderfähig.

Was ein hydraulischer Abgleich überhaupt macht

Wasser nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands. In einem Heizsystem heisst das: Heizkörper nahe an der Wärmeerzeugung bekommen zu viel Wasser, weiter entfernte oder höher gelegene zu wenig. Ohne Gegenmassnahme entsteht genau das bekannte Muster – unten zu warm, oben zu kalt.

Beim hydraulischen Abgleich wird für jeden Heizkörper und jeden Kreis der Fussbodenheizung die tatsächlich benötigte Wassermenge berechnet und anschliessend an den Ventilen eingestellt. Nicht geschätzt, sondern anhand von Raumgrösse, Wärmebedarf, Rohrlängen und Heizkörperleistung gerechnet. Das Resultat: Jeder Raum bekommt genau so viel Wärme, wie er braucht.

Woran Sie erkennen, dass Ihre Anlage nicht abgeglichen ist

  • Deutliche Temperaturunterschiede zwischen Räumen, obwohl überall gleich eingestellt ist
  • Räume weit vom Heizraum entfernt werden erst nach Stunden warm
  • Strömungsgeräusche, Rauschen oder Pfeifen an den Thermostatventilen
  • Einzelne Thermostate stehen dauerhaft auf 5, andere müssen gedrosselt werden
  • Die Vorlauftemperatur wurde über die Jahre immer weiter hochgedreht, damit auch der letzte Raum warm wird

Der letzte Punkt ist der teuerste. Eine unnötig hohe Vorlauftemperatur kostet bei jeder Heizungsart Geld – bei einer Wärmepumpe besonders viel, weil deren Wirkungsgrad direkt an der Vorlauftemperatur hängt. Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar.

Was der Abgleich bringt

Realistisch sind Einsparungen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich beim Heizenergieverbrauch. Wie viel es konkret wird, hängt stark vom Ausgangszustand ab: Eine nie abgeglichene Anlage mit stark überhöhter Vorlauftemperatur hat viel Potenzial, eine gut eingestellte Anlage entsprechend wenig. Seriöse Zahlen bekommen Sie erst nach der Bestandsaufnahme, nicht vorher.

Mindestens so wichtig wie die Einsparung ist der Komfortgewinn: gleichmässige Temperaturen, ruhigere Ventile, kürzere Aufheizzeiten. Bei Mehrfamilienhäusern verschwindet zudem oft der Dauerkonflikt zwischen Mietparteien, bei denen es je nach Stockwerk zu heiss oder zu kalt ist.

Ablauf: was wir konkret tun

Ein sauberer Abgleich läuft in vier Schritten ab. Erstens die Bestandsaufnahme: Heizlast pro Raum, Heizkörpertypen und -grössen oder Verlegeabstände der Bodenheizung, Rohrnetz, Pumpe, vorhandene Ventile. Zweitens die Berechnung der Soll-Volumenströme und der passenden Vorlauftemperatur. Drittens die Einstellung an den voreinstellbaren Ventilen beziehungsweise am Verteiler – wo noch alte, nicht einstellbare Ventile sitzen, müssen diese vorher ersetzt werden. Viertens die Feinjustierung der Heizkurve und der Pumpenregelung, plus eine kurze Kontrolle in der ersten kalten Phase.

Für ein Einfamilienhaus ist das in der Regel an einem Tag machbar, bei Mehrfamilienhäusern planen wir je nach Anzahl Wohnungen und Zugänglichkeit entsprechend mehr Zeit ein. Zu den Kosten: Die Richtwerte bewegen sich abhängig von Anzahl Heizkörpern, Ventilzustand und Gebäudegrösse in einer breiten Spanne – verbindlich wird das erst mit der Offerte nach Besichtigung. Werkverträge wickeln wir nach SIA-Norm 118 ab.

Förderung in Basel-Stadt und Baselland

Die energetische Betriebsoptimierung – dazu zählen hydraulischer Abgleich und die Einstellung der Heizkurve – ist in der Region grundsätzlich ein Thema in den kantonalen Förderprogrammen. Baselland hat sein Förderprogramm zuletzt um Beiträge in diesem Bereich erweitert. Weil Ansätze, Bedingungen und Fristen laufend angepasst werden, gilt: Prüfen Sie den aktuellen Stand vor Auftragserteilung direkt bei der kantonalen Energiefachstelle beziehungsweise beim Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt. Entscheidend ist fast immer, dass das Gesuch vor Baubeginn eingereicht wird – nachträglich gibt es in der Regel nichts.

Wir liefern Ihnen die technischen Unterlagen, die ein Fördergesuch braucht, und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der administrative Aufwand in Ihrem Fall lohnt.

Wann sich der Abgleich besonders lohnt

Am meisten holen Sie heraus, wenn Sie den Abgleich mit einem anderen Eingriff verbinden. Nach einem Heizungsersatz oder dem Umstieg auf eine Wärmepumpe ist er ohnehin Pflichtprogramm – ohne Abgleich läuft eine Wärmepumpe dauerhaft ineffizient. Ebenso nach einer Fassaden- oder Fenstersanierung, weil sich der Wärmebedarf der Räume dadurch stark verändert und die alten Einstellungen nicht mehr passen. Auch beim Ersatz alter Thermostatventile ist der Aufwand für die Berechnung klein, weil die Ventile ohnehin angefasst werden.

Nicht sinnvoll ist ein Abgleich kurz vor einer Gesamtsanierung, bei der das Verteilnetz ersetzt wird – dann warten Sie besser ab und lassen die neue Anlage von Beginn weg korrekt einregulieren.

Sie wissen nicht, ob Ihre Anlage je abgeglichen wurde? Das lässt sich bei einem Termin vor Ort schnell beurteilen. Wir arbeiten herstellerunabhängig und beurteilen Ihre bestehende Anlage ergebnisoffen. Sie erreichen uns an der Feldbergstrasse 115 in Basel, telefonisch unter 061 508 15 82 – bei Heizungsausfall oder Wasseraustritt rund um die Uhr über unseren 24/7-Pikettdienst.